Nimmst Du Dir genug Zeit für Dich?

 In Gesang, Innere Haltung, Singen

von Ina Hagenau

FRUCHTBARE LEERE

Die Zeiten sind hektisch und verwirrend gerade, und die meisten Menschen in meiner Umgebung sind aus unterschiedlichen Gründen gestresst.
Dabei soll diese Zeit, die dunkelste des Jahres, doch eine Zeit sein, in der wir zur Ruhe kommen.

Uns nach innen kehren.
Abschließen und fertigwerden, um dann auszuruhen.
In die “fruchtbare Leere” einzutauchen, wie Kate Northrup diese Jahreszeit nennt.

Wie abgeerntete Felder uns schlafend auf die nächste Wachstumssaison vorbereiten.
Dafür brauchen wir auch beim Singen: Zeit und Raum.
Sowohl zum Nachspüren, nach dem was war, als auch zum Hineinwachsen in Grenzen, die unsere Freiheit noch einschränken.

ZEIT NEHMEN

Um diese Grenzen behutsam auszuloten und nicht achtlos zu überschreiten, brauchen wir Übemomente, die in höchster Konzentration und Versunkenheit stattfinden dürfen.
In denen wir ganz neugierige*r Forscher*in sein dürfen und immer tiefer in uns selbst hineinhorchen, hineinspüren dürfen.
Dafür müssen wir uns tatsächlich die Zeit nehmen. Den Raum selbst schaffen, abgegrenzt von allen anderen Rollen und Aufgaben, die wir im Alltag so erfüllen.
Und das kann sehr schwer sein – das weiß ich aus eigener Erfahrung!

 

WELCHE ROLLEN HAST DU?

Ich bin selbst Mutter, Unternehmerin, Sängerin, Autorin, Lehrerin und Leiterin, Haushaltsmanagerin, Freundin, Schwester, Tochter… als ich meine Rollen vor einigen Jahren mal alle aufgezählt habe, bin ich auf 16 (!) verschiedene gekommen, und es könnten in der Zwischenzeit durchaus noch mehr dazu gekommen sein.

​Jede dieser Rollen fordert mich auf unterschiedliche Weise und betont unterschiedliche Eigenschaften und Fähigkeiten in mir, triggert aber auch unterschiedliche Schwächen und Fehlbarkeiten.
Es ist interessant, diese Rollen und ihre Gewichtung (zeitlich, aber auch von dem Raum, die sie mental einnehmen) einmal zu betrachten – bitte wie immer wertfrei!!
Und dann schauen wir mal: In welcher Rolle sorgst Du für Dich selbst? Für Deinen Körper, Deine mentale Gesundheit, Deinen kreativen Ausdruck, Deine Selbstverwirklichung?
Welchen Raum dürfen diese Tätigkeiten in Deinem Alltag einnehmen?
​Ist das genug? (Das ist eine Frage, die nur Du selbst beantworten kannst – sei ehrlich zu Dir selbst!)

Wenn nicht: Welche Rolle(n) könnten sogar davon profitieren, dass Du Dich mehr um Dich selbst kümmerst (ich behaupte mal, alle)?

MEHR SELBSTFÜRSORGE

Welche Rollen können vielleicht etwas Zeit und „mental space“ abgeben – zugunsten mehr Selbstfürsorge?
Denn das konzentrierte Singen üben ist Selbstfürsorge in seiner reinsten Form – wenn Du es für Dich tust, ohne Dir Druck zu machen, ohne Dich für Fehler mit Selbsthass zu bestrafen.

Sondern immer mit den Fragen:

​Was braucht meine Stimme jetzt?
Was braucht mein Körper jetzt?
Was braucht meine Seele jetzt?

Gib ihnen, was sie brauchen.
DU bist es, die das dann gerade braucht.
Verweigere Dir mal für 10 Minuten nicht Deine eigenen, dringenden Bedürfnisse.

Vielleicht ist es leichtes, versonnenes Summen.
Vielleicht ist es tiefes, lautes Tönen.
Vielleicht ein belebendes, rhythmisches Stück.
Vielleicht perlende, federleichte Läufe.
Vielleicht tanzen.
Vielleicht tiefes Atmen, das erste Mal in dieser Woche.

GÖNN ES DIR

​Gönn es Dir. Wenn nicht heute, wann denn dann?
Ein…
Und aus…
Ein…
Und aus…

Deine Ina

P.S.
Als kleine, aber feine Weihnachts-Schmankerl, bekommst Du hier geballtes Fachwissen zu den Themen Stimmstörungen
und Charisma.
Nimm Dir Zeit, eine Tasse Tee und hör Dir an, was die beiden Damen zu sagen haben.

 

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