Ran ans Mikro! Stimmlich überzeugen im Podcast

 In Atmung, Business, Gestik, Innere Haltung, Körperhaltung, Reden, Richtig Reden, Sonstiges, Stimme allgemein

Die richtige stimmliche Vorbereitung für Deinen Podcast-Erfolg

Die Stimme das wichtigste Instrument, um Deinen Podcast erfolgreich zu machen. Neben relevantem und spannendem Inhalt, kann nur Deine Stimme dafür sorgen, dass der Zuhörer Dir auch zuhört. Und auch bei spannendem Inhalt schalten Deine Hörer ab, wenn er langweilig oder anstrengend vorgetragen wird. Eine gute Vorbereitung der Stimme auf ihren Einsatz ist – wie bei Spitzensportlern vor Ihrem Wettkampf – entscheidend für den Erfolg.

  1. Love your voice
    Die eigene Stimme zu mögen kann ein großer Vorteil sein, wenn Du podcasten willst. Jedes Mal Deine Aufnahmen zu hören und zu denken: „Oh neeee, so klinge ich?“ oder „Iiiih, klingt das doof.“ ist wenig hilfreich und auf Dauer sehr frustrierend. Lerne also Deine Stimme zu lieben. Gewöhnung hilft: Höre Dir also immer wieder Aufnahmen Deiner Stimme an und zwar nicht mit Deinem Kritiker-Ohr, sondern mit Deinem Forscher-Ohr. Wie klingt die Stimme genau? Ist sie entspannt? Was hörst Du für Emotionen raus? Wie ist die Sprachmelodie? Senke ich die Stimme am Ende des Satzes ab?
    Dann kannst Du die gesammelten Informationen zusätzlich nutzen, um Deine Sprechweise zu optimieren und Deine Stimme angenehm klingen zu lassen. Wenn Du  mehr Tipps brauchst, um Deine Stimme lieben zu lernen, dann schau hier.
  2. Warm up
    Vom Bett ans Mikrofon stolpern ist keine gute Idee, wenn Du wach und begeistert klingen möchtest. Die Stimme braucht in der Regel zwei Stunden, um wach zu werden. Schenke ihr die Zeit.
    Dein Warming-up Programm für die Stimme kann schon direkt morgens unter der Dusche beginnen. Leises summen Deines Lieblingslieds bringt nicht nur gute Laune, sondern weckt Deine müden Stimmbänder und über die hohe Luftfeuchtigkeit freuen sich Deine Schleimhäute.
    Lippen flattern lassen, so als ob Du das Geräusch für ein Spielzeugauto machst, wärmt ebenfalls schonend Deine Stimme auf.
  3. Dehn Dich
    Streck und dehn Dich, bevor Du an den Start gehst – genau wie ein Spitzensportler. So aktivierst Du Dein Gehirn und Deine Resonanzräume und schaffst Platz für die Atmung. Passende Dehnübungen findest Du hier.
  4. Countdown läuft – Pimp up your articulation
    Kurz vor der Aufnahme kannst Du mit einer der ältesten sprecherzieherischen Übungen Deine Aussprache unmittelbar verbessern: Korken zwischen die Zähne nehmen (nicht fest beißen, sonst gibts Schmerzen im Kiefer) und die ersten Sätze Deiner Podcast-Folge erzählen. Stell Dich dafür am besten vor den Spiegel und bewege möglichst viele Deiner Gesichtsmuskeln. Auch Deine Augen sprechen mit! Erzähle die Sätze mit möglichst viel Ausdruck, als ginge es um Leben und Tod. 
  5. Haltung, bitte!
    Wenn Du im Schlafanzug im Bett liegst und Deine Aufnahme machst, darfst Du Dich nicht wundern, wenn die Leute bei Deinem Podcast einschlafen. 🙂
    Eine schlappe, unterspannte Haltung hört man ebenso in der Stimme wie eine aufrechte, aufmerksame Haltung. Deine Haltung entscheidet über die Qualität Deiner Atmung und Stimmresonanz. Am besten nimmst Du Deinen Podcast im Stehen auf. Wenn Du lieber sitzt, platziere Dich vorne auf dem Stuhl. Richte das Becken auf, entspanne die Schultern und Bauchdecke – also keine enge Jeans tragen, sonst hat Dein Atem keinen Platz.
    Mache den Nacken lang, stelle Dir das Mikro so ein, dass Du Dich nicht verrenken musst: Spannungen in Hals und Nacken sind Gift für einen entspannten Stimmklang.
  6. Sei dabei!
    Deine innere Bewegtheit überträgt sich auf Mimik und Gestik und lässt eine natürliche Stimmmodulation entstehen. Lernst Du Deinen Text also auswendig oder liest ihn „einfach nur ab“, geht diese Involviertheit mit großer Wahrscheinlichkeit verloren und Deine Stimme klingt wenig authentisch und monoton. Merke Dir unbedingt: Eine emotionale Beteiligung ist wichtig, um Deine Zuhörer zu begeistern und zum Zuhören zu bewegen. Und: Du wirkst auf Deine Zuhörer, ob Du willst oder nicht. Auch wenn sie „nur“ Deine Stimme hören. Sprichst Du monoton, schlafen Deine Hörer ein. Spricht Du angespannt, überträgt sich die Anspannung auf die Hörer. Und so weiter. Sei Dir dessen bewusst und finde heraus, wie Du wirkst.
  7. Entspannt überzeugen: Nicht zu hoch und nicht zu tief
    Jede Stimme hat einen Bereich, in dem sie am entspanntesten klingt – der Eigentonbereich oder der „stimmliche Heimathafen“ (Ingrid Amon).
    Kehre immer wieder in diesen Bereich zurück. So verhinderst Du, dass Deine Stimme – und Deine Zuhörer – ermüden.
    So findest Du Deinen eigenen „stimmmlichen Heimathafen“: Stell Dir vor, Du isst nach langer Zeit wieder Dein Lieblingsessen. Du schluckst den ersten Bissen runter, lehnst Dich zurück und machst genüßlich: „mmmmmmmmmh…“ Und zack ist er da, der Eigenton.
  8. Atme
    Ja, Atmung bekommt einen extra Unterpunkt, denn: Atem ist alles. Stimme ist nichts anderes als bewegte, ausgeatmete Luft. Fließt der Atem nicht, kann Deine Stimme nicht entspannt funktionieren und Deine Stimme klingt gepresst und angespannt.
    Was tun: Entspanne Deinen Bauch, damit das Zwerchfell arbeiten kann und ausreichend Luft in Deine Lungen einströmt. Eine aufrechte, durchlässige Haltung hast Du ja bereits eingenommen, denn auch diese unterstützt den Atem in seiner natürlichen Funktion.
  9. The sound of silence
    „Auch die Pause gehört zur Musik“ (Stefan Zweig)
    Pausen helfen Deinen Zuhörern, das eben Gehörte abzuspeichern und zu verarbeiten. Du selbst kannst die Pausen nutzen, um Deine Gedanken für den nächsten Abschnitt zu sammeln, Deinen Bauch zu entspannen und den Atmen zu vertiefen und unauffällig zu schlucken. Außerdem sind Pausen ein tolles Mittel, um Spannung zu erzeugen und Worten Nachdruck zu verleihen.
    Beachte: Moduliere mit der Stimme nach unten, wenn Du einen Punkt machst. Bleibt die Stimme oben, klingt es für Deine Zuhörer wie eine Aufzählung und sie warten darauf, dass es weitergeht. So kann niemand entspannen… Mehr dazu findest Du in diesem Artikel.
  10. Sprich zu Deinen Zuhörern
    Wenn Du jetzt aufrecht und gut gestimmt vor Deinem Mikrofon sitzt, dann stell Dir kurz vor zu wem zu eigentlich sprichst. Wer sitzt vor den Lautsprechern und hört Dir zu? Dieses kleine „Mentaltraining“ vorab hilft Dir wirklich zu den Leuten zu sprechen und nicht nur zu der Technik, die vor Dir aufgebaut ist. Stell Dir nun noch vor, dass das Mikrofon ein Ohr ist, in das Du sprichst. So läufst Du nicht in Gefahr zu laut und unnatürlich zu sprechen.

Machst Du noch andere Übungen, um Dich auf Deine Podcast-Aufnahme vorzubereiten? Lass es uns hier in den Kommentaren oder in den sozialen Netzwerken wissen. 

Ein letzter Sonder-Tipp darf natürlich wie immer nicht fehlen:

Smile like your in paradise
Ehrliches Lächeln sorgt nicht nur für eine Ausschüttung von Glückshormonen in Deinem Körper, sondern lässt auch Deine Stimme freundlich, offen und fröhlich klingen. Es bringt also sowohl Dich selbst als auch Deine Zuhörer in einen guten Zustand. 

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  • […] Du hörst jedes kleine Atemgeräusch, Speichelgeräusche, Schmatzen, aber auch sehr deutlich alle Konsonanten. Was fehlt, ist Wärme. Die Stimme klingt dünn, flach und scharf, aufgeregte Gefühlsanteile sind vorhanden, aber die emotionale Tiefe fehlt. Es ist also wichtig, dass die Präsenz ausgewogen eingesetzt wird. Zusätzlich zum warmen, entspannten Stimmklang, der Vertrauen und Kompetenz ausstrahlt. Hier gibt´s dazu Tipps, besonders wichtig: Punkt 7! […]

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