Üben? Aber wann? Aber was? Aber wie?!

 In Gesang, Singen

von Ina Hagenau

GUT GEPLANT IST HALB GEÜBT 

Ohne Ziel und Plan in eine Übesession zu gehen ist manchmal total schön und befreiend – sich treiben zu lassen von dem, worauf wir gerade Lust haben, einfach “spielen”.
Aber: Wenn wir uns bestimmte Resultate erhoffen oder uns etwas vorgenommen haben, dann brauchen wir zumindest einen minimalen Plan!

„Baby, you can drive my car

Yes, I’m gonna be a star

Baby, you can drive my car

And maybe I’ll love you

Beep beep’m beep beep yeah!“

Paul McCartney

 

Na, Ohrwurm drin? Gern geschehen.

 

PLANLOS AM ZIEL VORBEI

Kennst Du das? Du willst anfangen zu üben, weißt aber nicht, womit du anfangen sollst. Und dann machst Du ein paar gedankenlose Übungen, singst mal das Stück durch, an dem du grad arbeitest, und… naja, dann halt nichts mehr. 

Blöd, denn mit dieser Art zu üben kommst Du nicht wirklich weiter – und weiter bedeutet, Deinem Ziel entgegen.

Um Deinem Übeziel näher zu kommen (ganz egal, was es ist), musst Du eine Strategie und Taktiken entwickeln, die dich auch genau dorthin bringen. Es bringt nicht viel, Einsingübungen für die Höhe zu machen, wenn Dein eigentliches Ziel ist, an Deinem Umfang in der Tiefe zu arbeiten.

Oder schwierige Jazz-Scales zu üben, wenn Du Dir eigentlich ein besseres Rhythmusgefühl erarbeiten willst.

Es ist also wichtig, die oft knappe Zeit zum Üben planvoll zu nutzen.

“If you fail to plan, you plan to fail.”
Benjamin Franklin

 

Wenn Du es nicht schaffst, zu planen, planst Du, es nicht zu schaffen.

Also, überleg Dir: Warum willst Du üben? Was ist Dein Ziel?

(Du bist nicht sicher? Dann komm am Samstag, dem 29.1. noch in unseren kostenlosen Online-Workshop genau zu diesem Thema und plane mit viel Inspiration und Motivation Dein Singjahr 2022!)

Was musst Du dafür üben? Welche Übungen kennst Du, wobei brauchst Du vielleicht Unterstützung?

Wann kannst Du üben? Finde Zeitfenster in Deinen Tagen, die Du schon für das Singen reservierst.

 

DAS WO IST WICHTIG

Und oft hängt damit auch schon zusammen: Wo übst Du?

Und das Wo hat oft Einfluss auf das Wie und Was!

Du kannst es nämlich auch andersrum aufziehen: Wo übst Du? Was kannst Du dort üben und auf welche Ziele zahlt das dann ein?

 

IM AUTO

Um das mal praktisch zu verdeutlichen: 

Viele, viele von Euch üben bevorzugt im Auto. Das ist als Überaum nicht meine erste Wahl, wegen Umgebungsgeräuschen, Haltung nicht ideal, geteilter Konzentration und so weiter. Darum kann man im Auto manche Dinge nicht üben. Aber manche schon. Wir schauen uns das mal an:

  1. Neue Stücke finden
    Ich hoffe, Du nutzt schon nicht mehr Spotify, sondern Napster oder Tidal als Streamingdienst – die bezahlen die Musiker nämlich deutlich fairer. Spotify ist quasi Massentierhaltung für Musiker*innen. Geht einfach gar nicht.
    Und auch Tidal hat Playlists, die Du beim Autofahren hören kannst. Und wenn Dir ein Stück gut gefällt, speicher es in einer Shortlist, einer privaten Lieblingsliste. So sammelst Du mit der Zeit einen Haufen interessanter Songs an, aus denen Du dann eine Super-Shortlist machst – mit nur den Songs, die Du in nächster Zeit lernen möchtest.

  2. Songs grob kennenlernen
    Funktioniert am besten mit der Repeat-Funktion. Ein Song hat Dich in seinen Bann geschlagen? Dann hör ihn doch auf dem Weg zur Arbeit ruhig 4-5 mal hintereinander und sing am besten schon mit – auch wenn Du den Text noch nicht kannst, er noch in der falschen Tonart ist und Du die Technik für die hohen Stellen im letzten Refrain noch nicht draufhast.

  3. Übetracks mitnehmen
    Auch das geht sogar während der Fahrt. Voraussetzung ist, dass Du den Text schon kannst. Bitte keine Zettel auf dem Dashboard oder gar auf dem Handydisplay ablesen!!
    Ein Übetrack ist eine Karaokeversion oder ein Klavierplayback Deines Songs. Dieses Übetape sollte in Deiner Tonart sein (kleine Transpositionen kannst Du z.B. mit Apps wie Speed Changer(Android) oder Anytune (iOS) gut machen, ohne dass die Soundqualität ganz schlimm wird).

  4. Texte lernen
    Das ist eher etwas für Wartezeiten: Druck Dir den Text aus (ja, wirklich – oder nimm ein Tablet, auf dem Du auch im Text markieren kannst, mit) und pauk ihn! Du kannst außerdem super die genaue Melodie und den Rhythmus lernen, wenn Du im Auto sitzt: Aufnahme an (am besten mit einer Übeapp – siehe oben) und los geht’s! Die Methoden haben wir ja schon in den letzten Briefen besprochen.

  5. Was Du nicht im Auto üben solltest:
    Technik. Alles, was eine genaue Körper- und Stimmwahrnehmung erfordert, lässt Du in der sängerisch eher ungünstigen Haltung im Auto besser sein. Beim Fahren ist es auch nicht möglich, Deiner Stimme ungeteilte Aufmerksamkeit zu gönnen. Da sind Ungenauigkeiten und Schludern vorprogrammiert – und zack! hast Du eine schlechte Gewohnheit mehr.
    Haltung und Atmung. Siehe oben. Eine freie Atmung braucht eine gute Haltung und beide brauchen eine gute Selbstwahrnehmung – beim Fahren nicht möglich. Was geht: beim Warten aussteigen, ausrichten, atmen – ist schön leise und frische Luft gibt’s gratis dazu.

FAZIT


Wenn Deine Ziele beinhalten, neues Repertoire aufzubauen, Deine Chorstimme sicher zu beherrschen, Deine Stimme täglich ein bisschen in Bewegung zu bringen und zu benutzen – super, mach das im Auto.

Wenn Du allerdings fokussiert an Atmung, Tonqualität oder Intonation arbeiten möchtest – lieber an einem ruhigen Ort mit geschlossener Tür üben!

Hast Du noch mehr Tipps? Wie übst Du im Auto oder unterwegs?
Oder ist das gar nichts für Dich und Du übst ausschließlich in der Badewanne? Im Wald? Im Keller?

Erzähl doch mal!


Deine Ina

 

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