Und jetzt spring! Ein Hoch auf den Kontrollverlust

 In Gesang, Selbstbewusstsein
von Ina Hagenau

Andere Menschen springen mit dem Fallschirm aus Flugzeugen, um sich den ultimativen Nervenkitzel zu holen, andere schwimmen mit Haien oder lassen sich von Vogelspinnen bekrabbeln.

Wir – stellen uns vor eine Gruppe von Menschen und singen uns die Seele aus dem Leib.

Oder vielleicht ist das noch viel zu viel und Du bekommst bei dem Gedanken daran, in Deinem Zimmer, bei geschlossener Tür, oder allein im Wald einen lauten Ton zu singen schon Schweißausbrüche und Herzklopfen.
In jedem Fall kann das Singen sich mindestens so risikoreich anfühlen wie ein Bungeesprung.

Unser Empfinden für Risiko ist bei diesen Ereignissen eng mit dem Gefühl von Kontrollverlust gekoppelt.
Zum Springen müssen wir loslassen.

Das ist beim Fallschirmspringen fast einfacher als beim Singen, denn beim Springen müssen wir nur ein einziges Mal diese Hemmschwelle überwinden. Und dann fallen wir schon und können nichts dagegen tun.
Genauso ist es mit Drogen: Einmal im Blut, sind wir ausgeliefert und können nur warten bis es vorbei ist…
Beim Singen hingegen müssen wir selbst bewusst dafür sorgen, dass wir weiter loslassen, denn am liebsten möchten wir natürlich den Ton packen und festhalten und formen und kontrollieren. Und es ist oft so schwer, das zu unterdrücken, oder?
Dabei ist es doch gerade der Nervenkitzel, der Kontrollverlust, der spannend ist! Und ehrlich gesagt, viel ungefährlicher als Fallschirmspringen oder Drogen nehmen…

Ist das Singen für Dich der totale Nervenkitzel?!

Dan versuche einen positiven Blickwinkel einzunehmen:

Sieh das Singen als ein Abenteuer, deinen persönlichen „Free Fall“ im Wohnzimmer, ein Gefühl, das wie fliegen ist oder wie fallen.

Aber so wie Du der Sicherheitsleine traust, traue Dir selbst.
Deinem Atem, Deinem Körper. Deiner Absicht.
Dir bleibt nichts anderes übrig.
Du bist schon gesprungen. 
Lass los, und finde einen Grund, den Fall zu genießen.
Finde mehr Gründe, warum Du Singen liebst, als dass Du Gründe findest, davor Angst zu haben.
Jedes Mal aufs Neue!
Entwickle Nerven wie Drahtseile, lerne, Deinen Atem zu kontrollieren und weiter tief die Luft hinein und großzügig hinauszulassen.

Lerne, Deine angstgespannten Muskeln bewusst zu lockern und Kopf und Körper davon zu überzeugen, dass sie sicher sind. Dass ihnen nichts passieren kann beim Singen.
Warum kontrollieren? Doch nur wieder nur wegen dem, was die anderen denken könnten. 

Lass los und genieße. Für Dich.

Du wirst schon nicht sterben. Aber Du könntest anfangen zu fliegen.

 

There is freedom waiting for you.

On the breezes of the sky.

And you ask: „What if I fall?“

Oh but my darling, what if you fly?

– Erin Hanson

 

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