Vom Atem zum Ton mit der Bienenatmung

 In Atemtechnik, Atmung, Entspannung, Gesang, Singen, Singen, Stimmwellness

Heute gibt es eine Übung für Dich!

Vom reinen Atem bewegen wir uns in eine Kombination aus Wahrnehmung des  Atemflusses mit gleichzeitiger Phonation (Tongebung). Im Yoga nennt man diese Übung auch „Bienenatmung“, weil die Ausatmung auf einem entspannten Summton passiert.
Diese Übung kannst Du auch zur Entspannung und Konzentrationsförderung einsetzen: Durch die Verengung der Stimmritze wird die Ausatmung verlangsamt und das bewirkt nach einigen Atemzügen eine Beruhigung des gesamten Organismus.

Von der Luft zum Ton

Für uns SängerInnen und Stimm-Schüler kann diese Übung ein erster Schritt von der reinen Atmung zum Ton sein.

Und beim Summen bietet sich auch noch ein anderer Fokus an – die Wahrnehmung der Resonanz.

Übung: Bienenatmung

Setze oder stelle Dich also bequem hin.

Nimm Dir einige Atemzüge Zeit, um zu Dir zu finden.

Lasse überflüssige Spannungen los. 

Räkele und streck Dich, wenn Du magst.

Beobachte Deine Atmung und lade sie ein, möglichst viele und tiefe Räume in Anspruch zu nehmen.

Lass den Atem geschehen und beobachte, öffne Türen und Räume durch Aufmerksamkeit und Entspannung.

Akzeptiere den Ist-Zustand.

🐝

Dein Kehlkopf darf entscheiden

Atme einfach entspannt weiter, aber jetzt lasse die Luft mit geschlossenem Mund auf ein „mmmmmm“ entweichen. 

Lass Deinen Kelhkopf entscheiden, welche Tonhöhe er wählt. 

Es kann auch sein, dass die Tonhöhe variiert und sich auf einer Ausatmung verändert.

Das ist okay!

Beobachte: Gibt es ein Muster?

Eine besonders angenehme Tonhöhe?

Dann richte Dich dort ein, wo es am angenehmsten ist.

🐝

Und nun beginne, die Ausatmung, das Summen, allmählich zu verlängern.

Nur so weit, wie es gut möglich und angenehm ist.

 

​Längere Töne – mehr Gelegenheit, zu beobachten

 

Je länger der Ton dauert, desto mehr Gelegenheit hast Du, ihn zu beobachten – vor allem im Spüren!

Spüre also nach:

Wo findet der Ton Deines Empfindens nach überall statt? 

Wo kannst Du Bewegung und/oder Vibration spüren, die der Klang verursacht?

Zeigen sich Regionen, die sich fest oder verspannt anfühlen?

Wenn ja: Kannst Du sie einladen, weicher zu werden oder sich zu entspannen (ja, es funktioniert, wenn Du Deine Nackenmuskulatur persönlich ansprichst…!)?

🐝

Fokussiere Dich auf die Vibration, die Schwingung.

Wie weit und wohin darf sie sich ausbreiten?

Lade sie ein, von ihrem Epizentrum immer stärker und einnehmender zu werden.

Lass nicht nur die Kehle vibrieren, sondern auch den Brustkorb.

Die Zunge.

Die Kiefergelenke.

Die Innenohren.

Die Nasenhöhle und Stirn.

Den Nacken.

Den Hinterkopf.

Die Krone des Kopfes, sowohl Gehirnmasse als auch Schädeldecke.

​Erwarte nichts – nimm alles aufmerksam wahr, ohne zu bewerten.

Alles das, OHNE den Ton absichtlich lauter zu „machen“.
Nur „fragen“, einladen,  aufmerksam hinspüren.
Nichts erwarten, keine Leistung abfragen!

🐝

Bis wohin mag Dein Summen sich fortsetzen?

Du denkst, Du bildest Dir nur ein, dass der Ton in einer bestimmten Region „ist“?

Das stimmt nicht.

 

Alles, was Du wahrnimmst, ist wahr.

Je öfter Du Deiner eigenen Wahrnehmung vertraust und Deine eigene, subjektive Wahrheit akzeptierst, desto besser wird diese Wahrnehmung.

Und aus einer Illusion wird eine Ahnung wird Gewissheit.

Mit der Bienenatmung schlägst Du die Brücke von der Atmung zum Klang und vor allem: Zur Resonanz.

Viel Freude beim Erforschen!

 

Singt ein Lied so süß gelinde,

wie die Quellen auf den Kieseln,

wie die Bienen um die Linde

summen, murmeln, flüstern, rieseln.

​aus: Clemens Brentano –  „Wiegenlied“

 

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