Warum ich Menschen zum Singen bringen will

 In Gehirn, Gesang, Innere Haltung, Singen

WARUM ICH TUE, WAS ICH TUE

von Ina Hagenau

Zusammen singen ist eines der schönsten Dinge im Leben – und doch ist es scheinbar eines der schwersten, vor anderen hörbar zu werden…

WER ICH BIN?

Ich bin Sängerin, Gesangslehrerin und Chorleiterin (und natürlich noch viele andere Dinge…).
Singen und Musik sind lebenswichtig für mich.
Aber fast noch wichtiger ist es für mich, das Singen für andere leichter und genussvoller zu machen und die positiven Veränderungen in „meinen“ Sänger*innen beobachten zu können.

​Meine größtes Anliegen ist es in den letzten Jahren, Menschen zum Singen zusammen zu bringen. Auch, damit sie sehen: Jede*r kann und darf singen, und ich muss es nicht alleine im stillen Kämmerlein tun. Jede*r kann zu einer Gemeinschaft etwas beitragen, sei es ein Chor, eine Improvisationsgruppe, ein Team oder eine Gemeinschaft, die ihr Hauptquartier im virtuellen Raum hat (zum Beispiel in unserem Schwarm oder in unseren Onlinekursen).

Jede*r hat individuelle, wertvolle Fähigkeiten und Eigenschaften, Perspektiven und Wissen, das die anderen nicht haben.
Ich wünsche mir, viele Eurer Eigenschaften und Fähigkeiten strahlen zu sehen, während Ihr die Eigenschaften und Fähigkeiten Eurer Stimmen erforscht und ausbaut.

Meine beiden Chöre reflektieren meine wichtigsten Werte, was das Singen betrifft: Die Freude am (gemeinsamen) Singen, die Inklusion aller Level und Erfahrungsstufen ohne Leistungsabfrage, und das Vertrauen zu mir und untereinander, geschätzt und gut aufgehoben zu sein, ungeachtet welche sängerische Leistung erbracht wird.​

MEINE WERTE

Diese Werte sind heilsam für unsere Stimmen in dieser Leistungsgesellschaft, die schon im Kindergarten beginnt und mit Castingshows im Fernsehen ihren Höhepunkt für die Singkultur erreicht. Wenn wir diese Werte leben und konsequent kommunizieren, wenn wir aufhören, uns für unsere Fehler und Stimmen zu schämen, sondern frei werden in unserem Ausdruck, können wir diese Kultur verändern.

Von „Oh je, der sollte sich besser nicht auf die Bühne trauen, der kann ja gar nicht singen“ zu „Wow, der ist mutig – obwohl er Fehler macht, nimmt er die Maske ab und steht zu sich selbst“.

​​Ich habe in meinen über 15 Jahren Unterrichtserfahrung schon vielen Menschen geholfen, ihre Haltung zu ihrer Stimme zu verändern. Infolgedessen durfte ich tiefgreifende Veränderung und Entwicklung beobachten. Wenn wir mit Neugierde und Forschergeist an die Übungen und das Training der Stimme herangehen, sehen wir schnell Erfolge, und wir trauen uns auch, Blockaden und Hemmungen ins Gesicht zu sehen.

KULTUR VERÄNDERN

​Wir können uns verändern:

Von Resignation oder Frust zu Mut, Experimentierfreude und Wachstum. Erst von kleinen, gehemmten Tönen zu warmen, großen Klängen.
Über „Ich bin überhaupt nicht kreativ“ zu einem individuellen musikalischen Ausdruck.
Von Unwissenheit und mangelnder Selbstkenntnis zu einem profunden Wissen über unsere Stimme, unseren Körper und unsere inneren Zustände, zu einer feinen Wahrnehmung der Vorgänge und Sensorik beim Singen und Sprechen. ​Von einem Alltag ohne Stimme zu einem „Ich werde gehört“. Jede und jeder kann das lernen.

​​Ich möchte hier vor allem für diejenigen einstehen, die in ihrem Leben irgendwann gehört haben: „Du kannst nicht singen, sei lieber still.“
Und es gibt noch wesentlich unzivilisiertere Varianten dieser Aussage. Ich weiß, dass diese Sätze wie mit Widerhaken tief in uns festhängen und das Herauspulen langwierig und schmerzhaft sein kann.
Aber so, wie Katzen ihre Knochenbrüche mit Schnurren heilen können, können wir diese Sätze widerlegen: Indem wir einfach singen. Trotzdem.

​Und die Freude daran spüren.
Wie angenehm das Gefühl im Hals ist, und das im Herzen.
Singen ist eine essentielle, menschliche Form des emotionalen Ausdrucks.
Jede*r einzelne von uns sollte die Erlaubnis haben, zu singen. 

„Beautiful, like a rainbow.“ 🌈

​Von mir hast Du sie.
Deine Ina

 

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